Loretokapelle Mägenwil

1699 erbauten die nach Wohlenschwil pfarrgenössigen Mägenwiler in ihrem Dorf eine eigene Andachtsstätte. Die Kapelle war eine Nachahmung der in der Basilika von Loreto stehenden Santa Casa, des Hauses der Heiligen Familie. Damit setzten die Mägenwiler ein starkes katholisches Zeichen in unmittelbarer Nähe der reformierten bernischen Nachbarschaft. Wie manche Loretokapelle wurde auch die Mägenwiler zum Ziel von Wallfahrern, besonders aus dem Freiamt.Blickfang im Inneren ist das Altargemälde, geschaffen 1928 von dem in Fislisbach gebürtigen Kirchenmaler Joseph Heimgartner. Es zeigt – treffend für eine Loretokapelle – die Heilige Familie.

Den Hochaltar flankieren die Heiligen Agatha und Apollonia. Die Figuren aus der Zeit um 1630 stammen wohl aus der Hand des damals in Baden ansässigen Künstlers Bartholomäus Cades, der auch am prächtigen Wettinger Chorgestühl mitgewirkt hat. Während Agatha als Patronin gegen Feuersgefahr verehrt wurde, half Apollonia bei Zahnschmerzen. Beachtenswert ist die 1995 von einem Südtiroler Bildhauer gefertigte Madonna.

Drei Glocken erklingen im Türmchen zu den gegen 200 Andachten und Gottesdiensten, die jährlich in der Kapelle gehalten werden – mehr als in vielen Pfarrkirchen! Neben katholischen finden regelmässig auch protestantische Gottesdienste statt. Für viele Christen aus der Gemeinde und ihrer Umgebung besitzt das dem Kapellenverein Mägenwil gehörende Kirchlein einen wichtigen Stellenwert in ihrem religiösen Leben. (Linus Hüsser)

(Der Text stammt von der Website Aargauer Kapellen, einem Projekt der Römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Aargau)

2017 wurde die Loretokapelle umfassend restauriert. Dabei wurden die überdeckten ursprünglichen Malereien wieder freigelegt.