Über uns

Vom Seelsorgeverband zum Pastoralraum

Der «Pastoralraum Region Mellingen» im Kanton Aargau ist eine Weiterentwicklung des bisherigen Seelsorgeverbandes Mellingen. Die Kirchgemeinden Mellingen, Tägerig und Wohlenschwil-Mägenwil mit rund 4500 katholischen Gläubigen hatten sich bereits 1993 zu einem Seelsorgeverband zusammengeschlossen, um dem Priester- und Seelsorgermangel zu begegnen. Die Zusammenarbeit bewährte sich 25 Jahre lang sehr gut.

Mit der Überführung des Seelsorgeverbandes in einen Pastoralraum rücken die Pfarreien Mellingen, Tägerig und Wohlenschwil-Mägenwil auf pastoraler Ebene noch enger zusammen. Die Leitung der einzelnen Pfarreien liegt nun nicht mehr wie bisher bei einem pfarreieigenen Pfarrer oder Gemeindeleiter, sondern beim Leiter des gesamten Pastoralraums. Dieser – in unserem Fall Pfarrer Walter Schärli – nimmt mit seinem Team die seelsorgerlichen Dienste für sämtliche Pfarreien gemeinsam wahr.

Den Glauben ins Spiel bringen

Die Errichtung von Pastoralräumen wurde vom Bistum Basel angeordnet. Ausgangspunkt waren dabei die Erkenntnisse des «Pastoralen Entwicklungsplanes Bistum Basel (PEP)». Der Plan geht davon aus, dass die gesellschaftliche Entwicklung heute neuartige Anforderungen an die Seelsorge und das Seelsorgepersonal stellen. Die Gesellschaft ist komplexer und vielfältiger geworden.

Eine Pastoral, die nötig ist, um den Glauben in dieser vielfältigen Gesellschaft ins Spiel zu bringen, übersteigt aber oft die Möglichkeit einer einzelnen Pfarrei. Es braucht grössere Organisationsräume, Schwerpunktbildung, Arbeitsteilung, um auf vielfältigere Weise den Menschen nahe sein zu können. In grösseren Räumen können die seelsorgerlichen Aufgaben auch besser auf das verfügbare Personal und seine Fähigkeiten aufgeteilt werden, so die Idee des Bistums.

Ein Zweckverband

Auf staatskirchenrechtlicher Seite ändert sich beim Pastoralraum Region Mellingen gegenüber der Praxis des früheren Seelsorgeverbands Mellingen nicht viel.

Die drei Kirchgemeinden Mellingen, Tägerig und Wohlenschwil-Mägenwil bilden nun den «Zweckverband der Kirchgemeinden innerhalb des Pastoralraumes Region Mellingen» und bestehen juristisch als eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. In den Zweckverband können auch weitere Kirchgemeinden aufgenommen werden, wenn deren Anschluss zweckmässig ist.

Oberstes Organ des Verbandes ist die Kirchenpflegeversammlung, die sich aus allen Mitgliedern der Kirchenpflegen in den Verbandsgemeinden zusammensetzt. Ausführendes Organ des Verbandes ist der Vorstand, der aus je zwei Mitgliedern der Verbandsgemeinden besteht.

Der Verband bezweckt, die Pastoral im Pastoralraum «Region Mellingen» durch die Anstellung des kirchlichen Personals, durch die Finanzierung der Sachmittel und durch die Bereitstellung der Infrastruktur mitzutragen.

Was unser Logo bedeutet

Abgegrenzt und doch nach aussen hin offen. Ein schützender Raum und doch in die Höhe weisend, zur Tiefe führend und in die Weite verbindend, das ist die Bewegung, welche die drei farbigen Schweife auslösen. Das Zentrum markiert im gelben Kreis das Suchen nach der eigentlichen Mitte, nach Gott. Und flankiert wird es an den Rändern vom Rot der Liebe, vom Grün der Hoffnung und vom Blau der Treue und des Glaubens. Die Liebe drängt nach oben, zum Himmel hin, als ob in der Liebe die Krönung all dessen liegt, was der Mensch auf Erden sucht. Die Hoffnung lässt sich erden, als ob jede Vision und jeder Traum auf festem Boden abgestützt sein muss. Die Treue und der Glaube lenken in die Weite und Unendlichkeit, als ob Engstirnigkeit niemals das Merkmal von Christen sein kann. Und alle drei Schweife öffnen sich nach aussen und nicht nach innen. Selbstbespiegelung steht der Kirche schlecht an. Der Dienst an den Menschen ist gefragt und nicht die Stärkung der Machtstrukturen.

Und wer den Blick auf das ganze Logo richtet, dem widerfährt Dynamik und nicht Statik. Wie ein Windrad wollen sich die drei Schweife drehen. Der Pastoralraum wird gleichsam von einer Bewegung ergriffen, mag nicht zur Ruhe kommen, obwohl in der Mitte ein ruhender Pol liegt, der allem Tun einen sicheren Halt gibt, gleich einem Felsen in der Brandung.

Wenn der Text rechts angegliedert ist, verweist das auf die rechte Hand, die bekanntlich die gebende ist. Der Pastoralraum ist also nichts anderes als die entgegengestreckte Hand, die einladend zur Liebe, zum Glauben und zur Hoffnung hinführen will.

Johannes Zürcher